Chronik

Das CMAU – Consortium Musicum Alte Universität – wurde 1978 von Martin und Ingrid Sieghart als Chor der Wiener Universitätskirche gegründet. Nach anfänglicher Leitung durch Martin Sieghart übernahm Ingrid Sieghart im Jahre 1985 den Chor, den sie bis 1992 mit professionellem Engagement betreute. Anschließend stand Erke Duit für ein Jahr am Dirigentenpult, bevor im Jahre 1994 Professor Christian Birnbaum zum Chorleiter ernannt wurde und ihn zu großartigen Erfolgen führte. Mitte 2017 übernahm Stefan Zikoudis die musikalische Leitung. Wir freuen uns, dass ab April 2019 Daniel Hoyem-Cavazza die künstlerische Leitung des Consortiums hat.

Bis heute ist der Chor seinem Auftrag treu geblieben, als Amateurensemble professionell Kirchenmusik zu singen. Fast alle großen lateinischen Messen der Wiener Klassik und Romantik so wie verschiedene Werke des Barock sind in seinem Repertoire. An einem Sonntag im Monat wird ein Hochamt musikalisch vom CMAU in der Wiener Jesuitenkirche gestaltet. Dabei wird der Chor hervorragend musikalisch unterstützt und begleitet von Mitgliedern der Wiener Symphoniker.

Daneben tritt das CMAU regelmäßig als Konzertchor auf, mit Werken wie Bachs Matthäuspassion oder dem Verdi-Requiem im großen Musikvereinssaal. Die 9. Symphonie von Beethoven, „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy, das Mozart-Requiem und Uraufführungen von Blaimschein und Holik: All das dokumentiert das breite Spektrum des Chores.

Ein besonderer Höhepunkt war der Konzertzyklus zum 25-jährigen Chorjubiläum mit der Aufführung des Brahms-Requiems und der Uraufführung des Oratoriums „Sonnengesang“ von Kurt Schwertsik. Mit musikalisch hochwertigen Zyklen von je 10 Messen der Komponisten begingen wir „Mozart Sakral 2006“ und das Haydn – Gedenkjahr 2009.

In den Jubiläumsjahren – 2008 und 2013/14 – feierte der Chor sein 30- und 35-jähriges Jubiläum mit einer vielbeachteten und umjubelten Aufführung von Haydns „Die Schöpfung“ und mit dem „Gloria“ von Vivaldi und den „Coronation Anthems“ von Händel in der Wiener Jesuitenkirche (Universitätskirche).

Mit dem AOV – Akademischer Orchesterverein in Wien – verbindet uns eine langjährige musikalische Freundschaft. 2007 gelang eine äußerst packende Wiedergabe der „Carmina Burana“ von Carl Orff im goldenen Saal des Musikvereins. 2013 führten wir die selten gespielte „Erste Walpurgisnacht“ und 2014 den „Lobgesang“ von Mendelssohn-Bartholdy auf. Am 8. Dezember 2015 gelangte „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn im großen Musikvereinssaal unter großem Jubel des Publikums zur Aufführung.

Zu Pfingsten 2016 gab das Consortium Musicum auf Einladung von Herrn Prof. Adolf Ehrentraud – Präsident der Internationalen Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft – die Missa Solemnis in D, Ben 756 von Ignaz Joseph Pleyel zur feierlichen Eröffnung des Pleyel-Kulturzentrums in Ruppersthal.

Ebendort gelangte im Herbst 2017 unter der Mitwirkung des CMAU das Schauspiel mit Musik „Pleyel lebt“ von Prof. A. Ehrentraud mit Musik von Ignaz Joseph Pleyel zur Welturaufführung.

Zugunsten der Erdbebenopfer in Mexiko sang der Chor in Anwesenheit des mexikanischen Botschafters am 21. 11. 2017 in der Jesuitenkirche ein Benefizkonzert mit Mozarts „Requiem“. Für die Zukunft sind gemeinsame Auftritte geplant mit dem Akademischen Orchesterverein, dem Ensemble Neue Streicher und weiterhin natürlich unseren Freunden von den Wiener Symphonikern.

Chorleiter

Daniel Hoyem-Cavazza

Der in Kiel geborene Daniel Hoyem-Cavazza studierte von 1987-1993 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien Orchesterdirigieren bei Karl Österreicher, Korrepetition bei Harald Goertz und Klavier bei Roswitha Heintze.

Nach seinem Diplom wurde er 1993 an das Stadttheater Klagenfurt engagiert, wo er sich zuerst als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung und dann seit 1999 als Kapellmeister ein umfangreiches Repertoire erarbeiten konnte. Zu seinen Dirigaten zählen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart („La finta giardiniera“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Le nozze di Figaro“), Gioacchino Rossini („Il barbiere di Siviglia“), Giuseppe Verdi („La Traviata“), Giacomo Puccini („Madama Butterfly“), Peter Iljitsch Tschaikowsky („Eugen Onegin“), Jules Massenet („Manon“), Jacques Offenbach („Les Contes d’Hoffmann“) und Kurt Weill („Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“).

1997 war er Assistent von Asher Fisch während einer Neuproduktion von Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Wiener Volksoper. Dort debütierte er dann auch mit Mozarts „Zauberflöte“.

Im Jahr 2000 zeichnete er für die überaus erfolgreiche Produktion von Igor Strawinskys „The Rake’s Progress“ am Stadttheater Klagenfurt verantwortlich. Er war Gastdirigent in Deutschland (Dresdner Tage der Zeitgenössischen Musik), Schweden (Kulturhuset Stockholm), in der Ukraine (Zwei Tage und Nächte Neuer Musik in Odessa), in Bosnien (Sarajewo) und Japan (9. Beethoven in Kasugai City) und arbeitete mit Orchestern und Ensembles wie z.B. dem Sarajevo Philharmonic Orchestra, dem Kasugai City Symphony Orchestra Japan, dem Philharmonischen Kammerorchester Nürnberg, dem Preußischen Kammerorchester, dem Wiener Kammerorchester, dem Ensemble „die reihe“ in Wien, dem recreation-Großes Orchester Graz, den Orchester der Staatsoper Nationaltheater Prag und dem Symphonieorchester des Slowakischen Rundfunks

Von 2001 bis 2012 war Daniel Hoyem-Cavazza Musikalischer Leiter der Wiener Kammeroper. Dort konzentrierte er sich auf das Kammeropernrepertoire und seltener gespielte Werke von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Gioachino Rossini, Nino Rota, Jacques Offenbach, Darius Milhaud, George Antheil, Gian Carlo Menotti, Kirke Mechem, Dominik Argento, Benjamin Britten,William Walton, Sir Peter Maxwell Davies, Harrison Birtwistle, Jonathan Dove, Judith Weir, Aribert Reimann, Leos Janáček und Dimitri Schostakowitsch. Er war als Juror bei den weltweit stattfindenden Vorsingen für den Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb tätig und dirigierte zahlreiche Galakonzerte mit Preisträgern und Finalisten dieses Wettbewerbs.

2012 kam unter seiner Leitung die Oper „Kronprinz Friedrich“ von Siegfried Matthus beim Internationalen Opernfestival junger Sänger der Kammeroper Schloss Rheinsberg zur Aufführung.

2015 debütierte er beim Festival St. Margarethen (Oper im Steinbruch) mit Puccinis „Tosca“ und kehrte 2017 für Verdis „Rigoletto“ dorthin zurück.

Seit April 2019 ist er künstlerischer Leiter des Consortium Musicum Alte Universität (CMAU) an der Jesuitenkirche.